Dem Angeldruck entgegenwirken – Ein Beitrag von Marco Kupilas

Die aktuelle Situation treibt alles was Angelausrüstung besitzt an unsere heimischen Gewässer. Selten ist man alleine am See, Fluss oder Kanal. Noch nie war der Angeldruck gefühlt so früh so hoch. Umso schlimmer ist der Gedanke, dass jeder gleichzeitig Futter einbringt, da der Stoffwechsel aller Fische noch nicht für größere Futtermengen eingestellt ist. Schließlich befinden wir uns noch am Anfang der Angelsaison und jedes Gramm Futter zu viel kann den Unterschied zwischen Erfolg und Niederlage ausmachen. Umso glücklicher war ich, als ich noch den letzten von nur wenigen Angelplätzen an einen für den Frühling prädestinierten 18 ha großen Natursee ergattern konnte. Mit seiner Durchschnittstiefe von 2,5 Metern und relativ hohen Trübung, erwärmt sich dieser schneller als manch anderer See, in der Zeit wo einige von uns Nachts noch die Zeltheizung nutzen und der abendliche Frost den Kescher an der Abhakmatte festfrieren lässt. In den insgesamt zwei Nächten  war der See mit 14 Schnüren abgespannt. Umso wichtiger war es für mich bei mindestens einer Rute nicht die konventionelle Proteinkugel am Haken anzubieten. Ich suchte mir am Ufer Köcherfliegenlarven, Dreikantmuscheln und kleine Schnecken und füllte diese in einen 24 mm großen Paster. Wichtig war mir diese nicht zu töten. Das Krabbeln und die Ausscheidungen der Tierchen in der kleinen, mit Löchern versehenden Kugel, stellt für den Karpfen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine natürliche Lockwirkung dar. Wie um alle meiner Hookbaits knetete ich eine dünne Schicht schnelllöslichen Teig und eine Hand voll Boilies wurden großflächig dazu gefüttert.

Die Nacht verlief ohne Aktivität. Erst als die ersten Sonnenstrahlen den auf dem See wandernden Nebel verdrängten, krümmte sich die Rute mit dem Paster. Der kampfstarke alte und vernarbte Milchner sollte sich erst an Land als ein ganz besonderes Exemplar entpuppen. Am Hals hatte dieser einen seltsam verknöcherten Fortsatz. Dies war keine im Drill entstandene Verletzung. Vielmehr scheint es eine alte Verletzung zu sein, welche sich mit der Zeit verwachsen hatte.

Bei diesem von der Zeit gezeichneten Fisch spielt Gewicht und Größe keine Rolle. Für mich war dieser Ausnahme-Fisch der Beweis, dass alternative Hakenköder immer einen Versuch wert sein können.

Marco Kupilas

Team SBS Baits